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Von Wuppertal ins Ruhrtal

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Der Start in Haan/WuppertalSonntag Mittag.
Ausgeprägtes Spätsommerwetter – ideal, um das Kilometerfressen der laufenden Woche fortzuführen! Wer weiß, wie lange es noch so toll bleibt? (Okay, ich fahre ja bei jedem Wetter – aber wenn es so schön ist, noch viel lieber!)
Bike und sämtliche Klamotten geschnappt und zum Essen Hbf geradelt um mich zum Startpunkt chauffieren zu lassen. Das Ziel Wuppertal-Vohwinkel. Knapp 40 Minuten später saß ich wieder im Sattel und fuhr zum Beginn des Panorama-Radwegs. Größtenteils errichtet auf der alten Trasse der Niederbergbahn. Kaum vom Bahnhof losgefahren, wurde ich direkt erschlagen von der sonntäglichen Wuppertal-Kulisse: Verkehr, Stadtfest, Schwebebahn und: Hügel. Und genau diesen Mordhügel musste ich auch noch hoch, um nach Haan zu kommen, wo der Trassenweg anfängt. Na gut, dann dürfen die kleinen Gänge auch mal wieder arbeiten…

Die Anfahrt zum Startpunkt war etwas verwirrend, wenn man erwartet, dass überall kleine Schilder hängen, wo “Niederbergbahn” drauf steht. Tut es nämlich nicht. Man sollte auf die Richtung und die Städte achten, die man passiert. In diesem Fall Hilden oder Wülfrath. Kurzer Check der Offline-Karte auf dem Phone bestätigte, dass ich schon weiter gefahren war, als ich hätte sollen. Aber kein Problem.

Da ist er ja… der gesuchte Beginn. Mit laminiertem Schild plus Pfeil.
Hier bin ich richtig – es kann losgehen!
Natur PurNatur Pur

Es beginnt idyllisch, zwischen hügeliger Landschaft, Feldern inklusive Grün, soweit das Auge auch reicht. Von hinten brennt die herbstliche Sonne in den Nacken. Während ich in Kurz-Klamotten durch die Gegend gleite, kommen mir dick eingepackte Radler und Fußgänger entgegen. Ich würde schmelzen…
Wunderbare Gegenden, Ausblicke und Orte werden passiert. Ich komme mir vor wie im Urlaub! Kleine Dorfstraßen, vorbei an Fachwerkhäusern und bunt-blühendem Vorgarten. Aber was heißt denn Urlaub? Muss man denn immer für viel Geld weit wegfahren und das nennt man dann Urlaub? Seit einiger Zeit gibt es für mich den sogenannten Stundenurlaub. Und wenn man sich mal in der Nähe umschaut – bei mir eben der Ruhrpott – dann sieht man erst einmal, wie schön es sein kann. Grau und trist? Von wegen! Augen öffnen, Kopf hoch und hinter den Tellerrand gucken. Es gibt viel zu entdecken.
Natur Pur

Da fahre ich also, den Panorama-Radweg (der seinen Namen verdient) entlang, Stadt um Stadt zieht vorbei. Und in lockerem, nicht angestrengtem Tempo. Der Vorteil einer alten Bahntrasse ist ja, dass es nicht zu steil sein kann, sonst wären die Züge nirgends hochgekommen ;)
Betonschwellen zeigen dem Reisenden, wo er sich gerade befindet. Die Schwelle zeigt mir an, dass ich Wülfrath hinter mir gelassen habe und mich nun auf Velberter Gebiet befinde.
Tschüss Wülfrath, hallo VelbertRastplatz im Grünen
Wie gerufen: Eine Rastmöglichkeit. Mitten im Grünen. Quasi NaturTV for free. Hier kann man gemütlich den Blick in die Gegend schweifen lassen. Man hört und sieht nur Natur. Urlaub für alle Sinne.

ÜberbleibselEs geht weiter und nach wenigen Metern sehe ich Relikte der alten Niederbergbahn – für gewöhnlich gibt es von diesen Spuren nicht allzuviele auf der gesamten Trasse, da der Radweg ja auch auf der alten Strecke verläuft.
Dank der durchgängig befestigten Wege fährt man auch wie auf Schienen ;)

Ab Velbert hinunter nach Heiligenhaus und Kettwig wird der Weg noch ganz flott. Rund 40 Sachen mit lockerem Tritt auf großem Blatt sind hier kein Problem. Die Sonne ist weiter herunter gekommen und kitzelt im Gesicht, während die Landschaft vorbeifliegt und die Kilometerzahlen auf den rot-weißen Wegweisern immer kleiner werden. Würde man für jede schöne Stelle anhalten, hätte ich wohl die doppelte Zeit für die Strecke von Wuppertal ins Ruhrtal gebraucht. So machte ich eine überschaubare Menge an Fotos, der Rest ist im Kopf gespeichert und wird zu Zufriedenheit und Motivation verarbeitet. Gut, dass die Kopffestplatte so viel Fassungsvermögen hat. :)

Zum Schluss achte ich gar nicht mehr auf die Kilometer um den Restweg einzuschätzen. Ich genieße die Nachmittagssonne und freue mich, dass ich mich für diese Route entschieden habe. Und da, ein roter, kleiner Pfeil, eine Bahnunterführung und ich komme unweit von Mikas Eisbox hinaus. Kalte Stärkung bei MikasIch bin so gut wie am Ende des Radwegs angekommen. Klar, dass man nicht einfach nach Kettwig abbiegt, ohne sich eine kalt-süße Belohnung bei Mikas zu holen und im Sonnenschein zu schlemmen.

Mit den Eindrücken und Erlebnissen mache ich mich auf den Weg nach Hause, an der Ruhr entlang über Werden und Stadtwald. Und fest steht, dass ich diesen Weg noch einmal fahren werde. In welcher Richtung auch immer. Auf meiner imaginären “to-bike-Liste” ist soeben eine Zeile abgehakt worden.

Und jetzt Beine hochlegen und entspannen.

niederbergbahn_09-2013

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