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Städtetrip durchs Ruhrgebiet

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“Grenzen sind da, um überwunden zu werden”, sagt man im Volksmund so schön.

Seitdem ich Strava nutze (eine Art soziales Netzwerk für aufgezeichnete Rad- und Laufeinheiten), schätze ich diese Extraportion Motivation. Woher genau diese kommt, kann ich gar nicht genau sagen. Auf der einen Seite gibt es verschiedene “Challenges”, die man erreichen kann, auf der anderen Seite kann man neue Strecken entdecken, die andere so fahren. Zudem gibt es das sehr interessante Feature der Segmente. Also Teilabschnitte mit Bestenlisten (z. B. wer wie schnell den Berg XY hochfährt). Es wird also eine Mischung aus all diesen Punkten sein, die dann motiviert, doch mehr in den Sattel zu steigen, als man es sonst tut.

Natürlich ist das aktuell aber nicht alles. Hier oben im Ruhrgebiet habe ich diesen Winter noch keine Flocke Schnee gesehen – wird wohl auch nicht mehr kommen. Richtigen Frost mit ordentlichen Minusgraden gab es auch nicht so wirklich. So sehr ich mich auf Schnee gefreut hätte, so sehr kann ich nun darauf verzichten. Irgendwann braucht der gar nicht mehr anreisen ;) Stattdessen ist genug Zeit für stundenlanges Radeln! Ohne dass Zehen und Finger abfrieren. Das ist doch ein guter Deal. So habe ich meine persönliche Radelstatistik für dieses Jahr schon in beiden Monaten gesprengt und die Tendenz geht immer noch nach oben.

Auf Strava gibt es seit Januar die “Gran Fondo”-Challenge. Im Januar und Februar galt es 130 Kilometer zu fahren um ein limitiertes Trikot “freizuschalten”. Wer das nicht braucht, kann die Challenge ja einfach als sportliche Herausforderung sehen, so wie ich. Die Januar-Challenge habe ich aus zeitlichen Gründen einfach nicht geschafft. Im Februar habe ich mir das aber fest vorgenommen. Also machte ich mich an einem trockenen Mittwoch Morgen auf den Weg. Ehrlich gesagt kam mir die Idee, die 130 Kilometer an diesem Tag zu fahren erst unterwegs.

Ich startete zum Rhein-Herne-Kanal, von wo es aus in Richtung Westen nach Duisburg ging. Hier dann quer durch die Stadt zum Ruhrtalradweg, dem ich dann in Richtung Osten folge… über Mülheim, Essen, Hattingen und Bochum bis zum Kemnader See und drumherum wieder zurück. In Essen, am Baldeneysee fast vorbei, kam dann endlich die Sonne raus. Was man sich über die Sonne freuen kann! Wahnsinn! Direkt gab es einen Motivationsschub und dass auf dem Garmin erst 60 km standen, war dann auch irgendwie egal! Es war also noch nicht die Hälfte geschafft. Keep rolling – die Pedale drehen sind weiter. Kilometer schmelzen dahin, die Landschaft zieht vorbei. – Am Kemnader See habe ich dann gemerkt, dass die zwei Riegel und die Kräfte so gut wie aufgebraucht sind. Meine Ausdauer-Grenze von ca. 80 km hatte ich hier schon überschritten. Zum Glück hatte ich mir Energiegel als Notration eingepackt. Nach einiger Zeit kam dann der Schwung auch wieder. Davon ab ist es schon Antrieb genug, wenn man ein Ziel vor Augen hat UND ja auch noch nach Hause möchte – und zwar mit dem Bike und ohne ÖPNV ;-)

Über Bochum-Linden, Zentrum und die Erzbahntrasse verlief die weitere Strecke. Bis dann irgendwann, fast zu Hause angekommen, die 130 km auf dem Tacho stand. Herausforderung geschafft, Ziel erreicht, Grenze überschritten. Ein tolles Gefühl, das sogleich Lust auf Mehr macht. Natürlich nach der Erholung ;-)

Tja, und wo ich gerade diesen Beitrag schreibe, gibt’s für den Monat März schon die nächste Gran Fondo herausforderung: 160 Kilometer an einem Stück. Sollte hinhauen, wa? Kommt Zeit, kommt Radfahrt :)

http://www.strava.com/activities/114473492

2014-02-19

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