crossieblog

21. Januar 2013
von Christian
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Wintersport II – es geht wieder los

Fahrrad am Tetraeder in Bottrop
Erst neulich hatte ich darüber geschrieben, wie schön ich es finde, dass es im Ruhrgebiet wieder eine Wintersaison mit Schnee gibt.

Das Winter-Radeln hat im Vergleich zu den anderen Jahreszeiten seinen ganz eigenen Reiz. Und obendrauf macht es einfach nur Spaß. Wo andere lieber zu Hause bleiben und das Auto stehen lassen, heißt das ja lange nicht, dass man es mit dem Bike genauso handhaben muss. Es kommt letztendlich auf die Verhältnisse und die Ausrüstung an – und am Ende natürlich auch auf die Motivation, sich bei nass-kaltem Wetter auf den Drahtesel zu schwingen.

Seit einigen Tagen hat mein Alltagsrad LAKES nun seine „gespikten“ Winterschuhe an. Das Fahrgefühl ist super: Das grobe Profil gräbt sich mit akzeptabler Traktion durch den Schnee. Und wo Eis- oder feste Schneeflächen lauern, verhindern die Spikes, dass man sofort aus der Spur schlittert.
(Ein 100%iger Schutz sind sie nicht, das sollte jedem klar sein, sie machen die Fahrt aber erheblich sicherer).

Am vergangenen Sonntag waren neben Schneefall und Minusgraden auch Eisregen angesagt. Trotz des Hinweises, der groß durch die Lokalmedien ging, habe ich die Zeit für eine Bikerunde genutzt. Außer dass Rahmen und Anbauteile von Eistropfen übersäht waren, war der Eisregen fahrtechnisch nicht der Rede wert.

Zur Runde: Endlich ging es mal wieder zum Tetraeder. Die Rampe dort hoch war überraschend gut zu fahren. Nur hat es gefühlt doppelt so lange gedauert, bis das Plateau erreicht war. Dafür war die Aussicht über die verschneite Landschaft wunderschön, obwohl schon die Dämmerung anbrach und es Eis von oben regnete.

Rund 2 1/2 Stunden Fahrt durch winterliche Verhältnisse sind dann entsprechend anstrengend und damit noch eine gute Einschlafhilfe am Abend. Und während ich noch das Grinsen auf dem Gesicht habe, taut das Bike in Ruhe ab.

Fahrrad am Tetraeder in BottropFahrrad mit gefrorenen Tropfen auf dem RahmenFestgefahrener Schnee am Fahrradrahmen

13. Dezember 2012
von Christian
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Wintersport

Wintersport – das ist für mich persönlich weniger Skilaufen oder Skispringen. Für mich bedeutet es eher, dass ich mich auch bei Eis und Schnee aufs Rad schwinge und die Gegend unsicher mache.
Da wir in der letzten Wintersaison im mittleren Ruhrgebiet eher weniger bis gar keinen Schnee hatten, freue ich mich jetzt umso mehr, dass die weiße Pracht vom Himmel fällt. Zumal ich eigentlich für die letzte Wintersaison extra ein Paar Marathon Winter mit Spikes besorgt hatte. Vor circa zwei Jahren habe ich das schon geplant gehabt.
Es braucht etwas, bis man sich an den unsicheren Untergrund gewöhnt. Fährt sich halt doch wieder ganz anders als mehrheitlichen Asphalt und Schotter. Aber hat man sich daran gewöhnt und sich eingefahren, dann macht es so richtig Spaß durch die weiße Landschaft zu heizen.
Dass sich die Schwalbe Marathon Dureme so gut schlagen, hätte ich nicht gedacht. Die letzten Reifen, die ich im Winter gefahren habe, waren die Marathon Cross – das ging, aber spitze war es nicht.
Der allgemein bekannte Trick für mehr Grip ist es, etwas Luft abzulassen, damit sich unter dem Gewicht aus Rad und Fahrer das ganze Profil auf Eis und Schnee presst.
Wie ich gestern „erfahren“ durfte, packen die Marathon Dureme Reifen die winterlichen Verhältnisse ganz gut weg. Obwohl es eigentlich meine Reifen für die schönen Monate sein soll(t)en.
Jetzt könnte man sich fragen, warum ich nicht einfach die Spikes benutzt habe, wenn ich sie schon gekauft habe? – Der Grund ist einfach: Man soll Spikereifen etwa 40-50 Kilometer auf Asphalt einfahren ohne starkes Bremsen und Beschleunigen. Man sagt, dadurch setzen sich die Spikes erst so richtig. Da es aber bis vor Kurzem keine Anzeichen für Schnee gab, habe ich mir nicht die Mühe gemacht diese extra aufzuziehen. Das wird sich aber jetzt ändern. Tauwetter steht vor der Tür, sodass man auch wieder Boden sieht. Danach kann der Schnee gerne wiederkommen.
Wo ist der Reiz?
Warum schwingt man sich bei solchen Temperaturen aufs Rad und dann auch noch bei solchen Verhältnissen? – Ich bin ein Ganzjahres-Allwetter-Radfahrer. Wenn man sich warm anzieht, friert man nicht. Und bei Bewegung ja eh nicht. Fährt man durch die verschneite und vereiste Landschaft ist Konzentration angesagt. Die Reaktion wird geschärft. Mit der Zeit bekommt man ein ungefähres Gefühl dafür, was das Rad machen soll und was nicht. Schneeradeln wird nicht langweilig.
Wie siehst du das? Rad eher stehen lassen und in den Winterschlaf versetzen oder nicht vom Wetter beindrucken lassen?

26. November 2012
von Christian
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Philosophie des Nacht-Fahrens

Neulich fand ich im motor-talk Forum diesen Text, der wohl in seiner Urfassung auf einer Werbeseite von Volkswagen zu finden war. Leider ist diese Webseite nicht mehr online, aber ein User hat den Text in veränderter Form gepostet. Ich habe diesen einfach mal für mich passend abgeändert. Ich selbst hatte vor einiger Zeit schon etwas zu meinen Nacht-Fahrten geschrieben. Bisher war jede meiner Nachtfahrten, ob mit dem Auto oder wie meistens mit dem Rad einfach nur schön.

Philosophie des Nacht-Fahrens

Irgendwann zwischen drei und vier.
Nacht. Die beste Zeit zum Fahren.
Die kühle, frische Luft strömt ins Gesicht.
Alle Ampeln leuchten grün. Die Straße gehört dir.

Nachts fahren.
Es ist ruhig, mühelos.
Es ist der Genuss am Fahren.
Keine Eile.
Kein Bedürfnis irgendwo zu einer bestimmten Zeit zu sein.

Nur die Straße fühlen, das Rad, die Umgebung.
Nimm dir Zeit.
Gebe dich hin.

Lass jeden einzelnen Moment etwas verweilen.

Die Musik schwebt vorüber.
Spiegelt den Rhythmus des Kette wieder,
Leicht surrend, nicht überdreht
Unterstreicht ganz sanft jeden vorbeiziehenden Baum, jedes Haus, jeden Busch,
und verwandelt deine kleine Reise
in einen fantastischen Film.

Langsam setzt Müdigkeit ein.
Du wendest.
Kommst kurz vor Sonnenaufgang an,
steigst von deinem Rad.

Atmung und Herzschlag werden ruhiger.
In Deinem Gesicht macht sich ein Grinsen breit.

Bis zu einer nächsten Nacht,
einer Nacht perfekt zum Nachtfahren.

 

22. November 2012
von Christian
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Duisburg by bike & das Verlangen nach Zucker

Schon wieder mehrere Tage her, stieg ich auf“s Bike um den angestauten Bewegungsdrang in Fortbewegung umzusetzen. Es war trocken, die Temperatur mild und es war (noch)  hell.

Durch die zeitliche und örtliche Nähe zur Nachbarstadt Gelsenkirchen war ich dort in den letzten Wochen sehr oft. Aber wenn man immer nur in die gleiche Richtung fährt, wird es irgendwann öde. Also einfach mal eine andere Richtung im Ruhrgebiet ausprobieren. Der Pott iss ja groß genuch, wa!

Duisburg sollte das Ziel sein. Aber dann nicht einfach nur City oder so, sondern eine spezielle Stelle: Das Rheinorange, bzw. Ruhrmündung. Direkt am Rheinkilometer 780, wo die Ruhr zu Ende ist.

Das erste und gleichzeitig letzte Mal war ich dort im Sommer, bei Prachtwetter. Den Weg würde ich schon noch finden. Aber habe ich unterschätzt, wie lange es dauert, bis man 1) erstmal aus Essen raus ist, 2) durch Mülheim ist und 3) durch Duisburg an’s Rheinorange gelangt. Bevor ich dort ankam, machte ich noch einen kleinen Zwischenhalt am Innenhafen. Das sieht hier am Tag und am Abend einfach toll aus. Ein Traum für Fotografen 🙂 Nach ein paar schönen Abend-Aufnahmen ging es dann weiter Richtung Westen – durch den Feierabendverkehr.


Ich muss an diese Stelle sagen: Die Radwege in Duisburg sind wirklich super, aber man muss immer (!) mit der Dummheit Unachtsamkeit der meisten Autofahrer rechnen. Immer! Ein starkes Licht hilft da leider auch nicht – offensichtlich. Da ist man schon froh, wenn man wieder in ruhige Bereiche kommt.

…abgeschweift…

Jedenfalls ging es noch ein paar Kilometer westwärts. Vom Innenhafen sind es schätzungsweise 10-15 Minuten bis zum Rheinorange. Den langen Weg über den Deich unterschätzt man irgendwie immer. Die orangene Stahl-Landmarke im knalligen RAL Farbton kann man dabei schon von fernem sehen. Endlich angelangt – keine Menschenseele. Der Kies vom Rheinufer macht ein wohliges knirschendes Geräusch unter den Schuhen und den Reifen. Licht aus und mit den Augen die Stadtlichter über dem Fluss einfangen.

Nach mehreren ruhigen Minuten und Momenten, ein paar Fotos mehr auf der Speicherkarte und dem Blick auf die Uhr sollte es wieder zurück in die Heimat gehen.

Ab durch Duisburg und durch Mülheim. Auf dem Hinweg ist die Aktienstraße ja ganz schön zu fahren (zum Schluss bergab), aber auf dem Rückweg möchte ich die nicht wieder hochstrampeln! Bergauf lässt sich aber trotzdem nicht vermeiden. Beim ersten ernst zu nehmenden Anstieg merkte ich, dass mich meine Beine im Stich lassen. Nichts ging. Fehler: Weder Riegel noch Flasche mitgenommen. Um es kurz zu machen: Die folgende Rückfahrtszeit bestand daraus radfreundliche Sparkassen-Filialen zu suchen und regelmäßig die Strecke auf dem Smartphone zu kontrollieren.

Da war ich schon froh, dass ich irgendwann an dem großen Mülheimer Möbelladen vorbeikam und ab hier wusste, wie und wo ich herfahren muss.

Endlich in Essen angelangt gab’s dann beim Bäcker des Vertrauens erst einmal Zuckerwasser in Form einer Cola und dazu eine leckere Nussecke. Was eine Wohltat für Körper (und Geist). Ab da waren auch wieder die mitgenommenen Eindrücke und Momente präsent, und nicht Magengrummeln und müde Beine. 🙂

29. September 2012
von Christian
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Wenn die Nacht ruft…

Als leidenschaftlicher Radfahrer gibt es Tage, an denen man keine Zeit findet, sich auf den Drahtesel zu schwingen. Trotzdem wird der Bewegungsdrang immer größer. Was bleibt einem, wenn man am Tag keine Zeit findet? Genau, die Nacht. Es ist gewöhnungsbedürftig zur Schlafenszeit zu radeln, aber es macht unheimlich Spaß! Licht an, ab auf den Sattel und los durch die fast leere, schlafende Stadt. Der Reiz liegt nicht nur an den Nacht-Stadtlichtern und der Dunkelheit. Spät abends und nachts hat man das Gefühl keinen Zeitdruck zu haben. Tagsüber treiben uns Termine, Deadlines, Aufgaben und to-dos. In der Spanne zwischen Tagesende und neuem Tagesanfang gibt es dieses Stückchen zeitliche Freiheit, dass man gegen etwas Schlafenszeit eintauschen muss 🙂 Und ganz ehrlich: Bevor ich mich schlaflos im Bett wälze, kann ich auch gleich in die Pedale treten. Danach schläft man sicher besser 😉

Noch mehr Spaß macht das Nightbiken, wenn das Bike flüsterleise ist. Nur das ganz leise Surren der Kette und der Reifen sind hörbar. Ein wunderbares Gefühl, so lautlos durch die Nacht zu düsen.

Vor wenigen Tagen startete ich noch vor Mitternacht. Nach Lust und Laune radelte ich durch die Stadt, es wurde langsam Montag Morgen. Und schon so schnell war es ein Uhr und ich hatte rund 30 km mehr auf dem Tacho. Wer sowas noch nicht gemacht hat, sollte das mal ausprobieren. Es ist wunderbar!



28. Juli 2012
von Christian
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„Der Berg ruft“ – Halde Hoheward in Herten

Dienstag Nachmittag, strahlender Sonnenschein. Schönes Wetter um biken zu gehen! Also die Flaschen mit genug Wasser befühlt, Kamera eingepackt und los auf den Sattel. Da ich den ganzen Juli schon genug in der näheren Umgebung unterwegs war, sollte es dieses Mal wieder ein schon länger nicht mehr besuchter Ort sein. Die Wahl fiel auf die die Halde Hoheward in Herten/Recklinghausen. Der Weg am Rhein-Herne-Kanal bietet eine komfortable Möglichkeit gut und in schöner Umgebung an Gelsenkirchen vorbei nach Herten zu kommen. Überall am Kanal lagen die Menschen in der Sonne und brutzelten vor sich hin – genug Sonnenbrand sah ich auch…

Schneller als ich dachte, sah ich den Fuße der Halde mit dem Gelände der Zeche Ewald. Das Gebäude sieht heruntergekommen aus – ob das so sein muss? Ich näherte mich der Halde und steuerte die große asphaltierte Rampe an. Vom letzten Mal wusste ich schon, dass das ein Kraftakt ist bis oben zum Plateau durchzuhalten. Jedoch war das letzte mal im kühlen Frühjahr. Nun aber ging es in der brennenden Hitze hinauf. Wenn man solche Steigungen bewältigen will, sollte man einfach nicht darüber nachdenken wie anstrengend es ist. Einfach weitermachen und schauen, wie sich die Spitze langsam nähert.

Als ich endlich oben war, brauchte ich erst einmal Wasser, Schatten und Luft! Kurz auf die Uhr geschaut – eine gute Stunde von Altenessen bis hoch zur Halde in Herten. Gar nicht so übel. Ich bin mir sicher, dass ich beim letzten Besuch deutlich länger gebraucht habe.

Nach ein paar Minuten Erholung stand jetzt die Aussicht an. Rundherum herrlichster Blick über Herten, Recklinghausen und nur etwas weiter Gelsenkirchen, Bochum, Essen… Blauer Himmel, grüne Landschaft. Hier oben steht auch ein seit Jahren in Bau befindliches Horizontobservatorium, an dem nun wieder die Ausbesserungsarbeiten laufen. Daher war es hier etwas laut.

Nur einen „Sprung“ weiter auf einem niedrigeren Plateau liegt die Sonnenuhr mit dem Obelisk. Hier ist eine kreisförmige Fläche, die mit Stufen die Möglichkeit zum Sitzen einlädt. Es ist wunderbar sich dort hinzulegen und in den strahlend blauen Himmel zu schauen und die wenigen Wolken zu beobachten.

Nach reichlich Sonne tanken, Seele baumeln lassen und Erholung stand der Rückweg an. Vom höhergelegenen Punkt der Halde Hoheward ging es wieder zurück. Die Haldenabfahrt war der Hammer. Lenker gut festhalten, beim Losrollen alle Gänge durchschalten und ordentlich reintreten. Ergebnis: 66 km/h. Mehr als ich gedacht hätte. Leider sehr kurz, aber es hat SPASS gemacht 🙂

Auch wenn es sehr warm war, die Tour war super. Und wenn man genug Flüssigkeit mitnimmt, ist die körperliche Belastung locker zu meistern.

Hier noch ein paar mehr Impressionen: