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VIVAWEST-Marathon 2018 (10-km-Lauf)

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Langsam sammeln sich alle hinter der Startlinie

Wie hier schon berichtet, lief ich Anfang Mai mein erstes Lauf-Event. Spontan leider alleine. Nun stand endlich der VIVAWEST-Marathon an. Zu zweit standen die 10 km an. Ein großes Event, das in seiner Urform schon seit etlichen Jahren stattfindet.

Obwohl wir ja „nur“ laufen, gibt es am Morgen des Events eine gewissen Aufregung im Körper. Vor Ort eingetroffen holen wir uns unseren Startbeutel und die Nummer ab und spätestens da, kommt man in den Rennmodus.

Überall um uns herum Gleichgesinnte, die sich bereit machen, ihre Nummern und Transponder anbringen und die Startbeutel zum Lkw bringen.

9:00 Uhr – noch eine halbe Stunde bis zum Start. Ich habe keinen Hunger, stopfe mir mit Mühe fast eine ganze Banane hinein. Die Zeit verrinnt, Atmosphäre aufschnappen, kurz vor 9:30 Uhr – Startaufstellung. Die Ersten stehen schon eine 20 Minuten am Startbogen und scharren mit den Hufen Laufschuhen. Wir gehen ans hintere Ende des Starterfeldes. Die Aufregung nimmt sich mehr Platz, als wir dachten.

Starterbeutel auspacken, Nummer und Transponder anbringen

Es ist 9:30 Uhr durch – kein Start. Minuten vergehen. Die ersten „jammern“, ist doch das Aufwärmen schon umsonst gewesen. „Ich hasse Warten!“ Circa 9:55 Uhr – rund 25 Minuten später – startet der WAZ 10-km-Lauf beim VIVAWEST-Marathon. Von Gladbeck nach Gelsenkirchen. Susens persönliche Challenge, für mich wird es eher entspannt. Aber das ist in Ordnung so.

Das Wetter ist super – und heiß. Wir finden ein angenehmes Tempo und überholen den einen oder anderen Mitläufer. Es geht in die einstelligen Kilometerzahlen. Wir reden beim ganzen Lauf nicht all zu viel. Laufen ist Konzentration, gerade wenn es heiß ist und man seinen Körper gut voran bringen will.

Die Läufer verbringen das Warten unterschiedlich – Musik, Quatschen, Selfies…

Ich versuche immer wieder Rücksicht zu nehmen und zu schauen, ob das Tempo gut ist oder nicht. In Gelsenkirchen-Horst erreichen wir eine erste Wasserstelle. Wasser mit Kohlensäure – ungünstig beim Sport, aber besser als gar kein Wasser. Weiterlaufen, wieder ins Tempo finden. Die nächste Wasserstelle gab es kurz darauf, dann aber erst wieder auf der Fanmeile im Nordsternpark. Steigung, Hitze, Anfeuern. Erstmal Wasser, oder noch einen Schwamm? Weiter geht’s. Jede 500 Meter weiter wird es ein wenig schwieriger. Ich nehme minimal Tempo raus. Immer wieder versuche ich sie zu motivieren – „es ist nicht mehr weit! Nur einmal aus dem Park raus, durch die Gelsenkirchener Innenstadt und dann sind wir da.“ So weit, so gut. Dass der Kilometerstand gerade mal irgendetwas mit 5 km anzeigte, verschwieg ich an dieser Stelle erstmal dezent. Zwischendurch stand die kurze Frage im Raum, ob ich nicht vorlaufen möchte, wenn mir das zu langsam ist. Natürlich hätte ich das nicht gemacht. Zusammen kämpfen, zusammen ins Ziel.

Die nächsten Kilometer verlaufen ähnlich. Ich versuche abzulenken, zu motiveren, Kilometer und Distanz schön zu reden – Bahnrunden oder Zollvereinrunden? Zollverein-Runden klingen toll. Also: „Nur noch eine Zollverein-Runde!“ (= 3,3 km). Jede Wasserstelle kommt gefühlt später als vorher.

Ein kleiner textlicher Zeitsprung.

Kilometerzahl Nr. 9 ist erreicht. Vorletztes Abbiegen in Gelsenkirchen. Meine Ortskenntnis schlägt zu: „Da hinten, beim Hotel, da ist das Ziel!“ Ich schaue auf die Lauf-App und zähle nun alle 100 Meter runter. Das geht schneller als gedacht. Susen spricht nicht mehr so viel, friert total, aber sie kämpft – und das sehr super.

„Noch einmal durch die Unterführung, den Berg hoch, links herum und dann sind wir da“.

Nach Abquälen der letzten mehreren hundert Meter kommt die letzte Kurve. Einmal abbiegen und die Zielmeile zieht unsere Blicke Richtung Zielbogen.

„Ist das da vorne das Ziel?“ – „JA“

Sie rennt auf einmal los. Alle Kräfte psychischer und physischer Natur werden gebündelt und einmal mit Eil-Express Richtung Beine geschickt. Was ist auf einmal los? 😀 Diese letzte Meile war Gänsehaut pur: Wolfgang Petry klingt mit „Wir sind das Ruhrgebiet, die Droge, die uns süchtig macht…“ durch die Boxen, die Zuschauer jubeln, die Ziellinie verschwindet unter unseren Füßen hinter uns. Emotionen brechen aus, die Last fällt ab. GESCHAFFT. FINISH. Mein zweites 10-km-Laufevent, aber zum ersten Mal verstärkt als „Motivator“. Freundliche Mitarbeiter warten gratulierend mit der Medaille auf uns und zeigen uns den Weg zur Kuchentheke. Es ist offiziell: Lauf geschafft, trotz hunderten kritischen Momenten nicht aufgegeben und Susens Wunschzeit von 1:30 h unterschritten. Und mein Ziel, uns ins Ziel zu bringen, ist auch erreicht. Tschacka! Jetzt nur noch trinken und Kuchen essen. Das müssen wir wirken lassen. Ich bin wahnsinnig stolz und froh, dass wir es geschafft haben. Mehrmals dachte ich, wir müssten aufhören. Aber das war nicht nötig. Und am Ende halten wir beide die sehr schöne Medaille in der Hand und freuen uns über unseren Erfolg.

Die Finisher-Medaille

Das Dauergrinsen und die Emotionen werden noch den ganzen Sonntag anhalten.

Zum Schluss ein kühles Erdinger Grapefruit. Prost!

Im Bus zurück nach Gladbeck trage ich mir direkt den nächsten Termin vom VIVAWEST-Marathon in den Kalender ein. Ob wir dann den Halbmarathon bestreiten? Warten wir es ab – Frühbucherrabatt gibt es noch bis Ende August. 🙂

Es war ein super Event, toll organisiert, gute Auswahl an Speisen und Getränken, alles wunderbar.

Ich freue mich schon auf unser nächstes Lauf-Event, wenn wir wieder an der Startlinie stehen, ganz gleich für welche Distanz. Stiefelhelden on fire. 😀

So sehen glückliche Sportler aus 😉

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